Man nehme:
1 Stück Serverhardware
1 USB Stick (1 GB)
Als Server dient uns für den Test ein HP Proliant DL 320 G4 - Der ist zwar nicht in der offiziellen HCL von VMware enthalten, die Hardware funktioniert aber trotzdem grösstenteils tadellos.
VMotion, HA und die ganzen restlichen Dönekens wollen wir auf dem Server eh nicht nutzen und das integrierte Hardware SATA Raid macht ohne Festplatten auch nicht wirklich Sinn.
Und los gehts, wir laden uns von http://www.vmware.com/download/esxi/
das aktuelle Iso “VMware ESXi 3.5 Installable - Update 2” auf einen Linux-Server herunter.
(Geht auch unter Windows, ist aber nicht so cool)
Nun muss das ganze noch irgendwie auf den USB-Stick geladen werden.
Und das geht so:
Mounten des ISO-Images, auspacken des Images und kopieren des Images auf den USB-Stick.
(Der USB-Stick wurde auf dem Server als /dev/sda erkannt.)
[root@server ~]# mount -o loop InstallerCD-3.5.0_Update_2-103909.i386.iso /mnt/iso
[root@server ~]# mkdir /tmp/esxi
[root@server ~]# tar -xvzf /mnt/iso/ -C /tmp/esxi/
[root@server ~]# cd /tmp/esxi/usr/lib/vmware/installer/
[root@server ~]# bzip2 -d VMware-VMvisor-big-3.5.0_Update_2-103909.i386.dd.bz2
[root@server ~]# dd if=VMware-VMvisor-big-3.5.0_Update_2-103909.i386.dd of=/dev/sda
Fertig ist der bootfähige ESX3i USB Stick.
Nun den Stick in den Server gesteckt, USB Device im Bios als erstes Bootmedium eingestellt, und … da isser, der ESX3i:

Konsole des ESX3i
Über die nette, lokale Konsolen-GUI können nun die wichtigsten Einstellungen (IP,DNS,Hostname,Passwort, usw) konfiguriert werden.
Danach kann wie gewohnt über https://ESX3i-Hostname/ auf die Weboberfläche des ESX3i zugegriffen werden.

Weboberfläche des ESXi
Dort kann man sich auch den VI-Client herunterladen,
über den dann weitere Einstellungen konfiguriert werden können.
Die Konfiguration unterscheidet sich eigendlich kaum vom “normalen” ESX-Server.
Als Storage für die VM’s verwende ich momentan ein NFS NAS-Share (mit erstaunlicher Performance), welches wie gewohnt konfiguriert wird.
Natürlich können auch alle anderen Storages wie beim normalen ESX-Server verwendet werden (lokale Festplatten, FC-SAN,ISCSI-NAS).
Leider bietet der ESXi keine Servicekonsole (oder doch, siehe: ESXi Konsolen Cheat).
Daher installieren wir uns noch schnell die “VMware Infrastructure Remote CLI” von VMware.
Die gibt es in 3 Versionen (Windows, Linux und Virtual Appliance)
Über die VI Remote CLI lassen sich viele Dinge auf dem ESXi konfigurieren oder ausführen, die ansonsten über die Service Konsole administriert werden.
Unter anderem kann man über die Remote CLI die komplette Konfiguration des ESXi sichern (und wiederherstellen).
Die Remote CLI bietet natürlich auch einigen Raum für eigenes Scripting.
z.B. könnten über ein Script, welches über die Management-Software einer USV angestossen wird, alle VM’s auf dem ESXi-Server kontrolliert heruntergefahren werden, bevor im Serverraum das Licht ausgeht.
Das VCB funktioniert auch beim kostenlosen ESXi wie gewohnt. Komplette Backups der VM’s sind also problemlos möglich.
Den USB-Stick kann man übrigens nach dem booten entfernen, alles was der ESXi braucht, läuft komplett im Speicher. Der Stick sollte nur beim shutdown, bzw. booten anwesend sein (is klar), da beim herunterfahren die Konfiguration auch auf dem Stick gespeichert wird.
Fazit:
Nettes Teil, einfach zu installieren.
Durch den USB-Stick sehr flexibel zu verwenden.
Die Servicekonsole fehlt zwar etwas aber mit ein wenig Scripting per Remote CLI lässt sich das verschmerzen. Einzig für die komplette Hardwareüberwachung müsste noch eine Lösung gefunden werden, da sich die Management-Agents des Serverherstellers leider nicht installieren lassen und auch der SNMP-Server wegfällt.
Eventuell wird sich da per CIM in Zukunft mehr machen lassen.
Die normalen Sensoren und Parameter lassen sich auch wie beim normalen ESX per SOAP z.B. mit der VI Perl Scripting API abfragen. Hat man also einen Server zur Verfügung, dessen Hardware grösstenteils von der HCL unterstützt wird, ist auf alle Fälle die Wahl zwischen freiem VMware Server und ESXi einfach:
Hier hat auf alle Fälle der ESXi die Nase vorn.
os